Band 5

1760-1860

Text: Webredaktion

«... und inmitten von rivalisierenden Ideen zu Staat und Gesellschaft kommt es zum heftigsten Ereignis der Basler Geschichte.

Band 5

... beschäftigt sich mit der Zeit von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Das komplexe Leben von heute hat dort seine Anfänge. Damals werden Begriffe wie Politik, Industrie oder Massengesellschaft so geprägt, wie wir sie heute ähnlich verwenden. Und inmitten von rivalisierenden Ideen zu Staat und Gesellschaft kommt es zum heftigsten Ereignis der Basler Geschichte: der Kantonstrennung. Band 5 der neuen Stadtgeschichte zeigt die letzten hundert Jahre Basels umgeben von seiner alten Stadtmauer, die schliesslich voller Symbolkraft fällt. Eine Zeit, in der die Idee von Basel als einer Stadt mit einer besonderen Identität eine Wirkung erhält, die – längst losgelöst von Debatten des 19. Jahrhunderts – ungebrochen andauert.

Herausgeber
Marc Fehlmann

Redaktoren
André Salvisberg, Dominik Sieber

Autor*innen
Regula Argast, Susanne Bennewitz, Sabine Braunschweig, Flavio Haener, Kevin Heiniger, Lena Heizmann, Stefan Hess, Walter Hochreiter, Janine Jakob, Daniel Kriemler, Thomas K. Kuhn, Silvio Raciti, Yigit Topkaya, David Tréfàs, Elise Voerkel, Patricia Zihlmann

Erscheint am
1. Oktober 2024 im Christoph Merian Verlag

André Salvisberg: "Mein Name ist Andrè Salvisberg. Ich bin die eine Hälfte des Redaktionsteams von Band 5 der neuen Basler Stadtgeschichte. Mein Redaktionskollege Dominic Sieber, der Herausgeber Marc Fehlmann und mehr als ein Dutzend Spezialist*innen schreiben mit mir gemeinsam über die Zeit von 1760-1860. Diese 100 Jahre nennt man in der Geschichtsforschung auch die "Sattelzeit". Dieser bildliche Name bezieht sich auf einen Bergsattel bzw. eine Schwelle, die überwunden werden muss; es gibt bei der Sattelzeit ein "Vornedran" und ein "Hintendran".

Das Besondere an der Sattelzeit ist, dass sich das Leben der Menschen, das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft, Kultur oder Verkehr vom Beginn bis zum Ende dieses Zeitabschnitts grundlegend verändern. In dieser Zeit wurden Begriffe wie Demokratie, Industrie, Massenkonsum oder Massengesellschaft auf eine Art geprägt, wie wir sie heute noch ähnlich verwenden; und das Besondere an Basel in dieser Zeit ist, dass die Stadt zu jenem Stadtkanton wurde, der für das heutige Selbstverständnis so typisch ist.

Wir beschäftigen uns mit der Aufklärung und den neuen Ideen für Staat und Gesellschaft, mit den revolutionären Bewegungen ab 1789, und damit, wie diese revolutionären Bewegungen, diese neuen Ideen, zum Teil gewaltsam umgesetzt worden sind.

In dieser Zeit kam es für Basel zum heftigsten Bruch in seiner Geschichte. Der Kanton wurde in einen konservativen Stadtteil und in einen liberalen Landteil getrennt. Leider geschah das in einem Krieg. Die Stadt hat diesen Krieg verloren, und vielleicht war das der Grund, weshalb Basel noch ein weiteres Vierteljahrhundert lang hinter der Stadtmauer blieb. Trotzdem hat sich in Basel in dieser Zeit viel verändert: Im Zuge der Industrialisierung wurden Fabriken gebaut, Arbeitskräfte angeworben, und die Eisenbahn brachte Leute rasant und von weit her in die Stadt. Das beschleunigte und komplexe Leben, das uns heute so vertraut ist, nimmt in dieser Zeit seinen Anfang.

Die Stadtmauer wurde ab 1859 abgebrochen und Basel entwickelte sich zu einer modernen Grossstadt; und hier – mit dem Abbruch der Mauer – endet unser Band 5."

Bildquellen

Abb. 1: Vereinigungsfeier auf dem Münsterplatz. Historisches Museum Basel, Foto: P. Portner.

Abb. 2: Geb. Belliger in Arau, Gefecht vom 3. August 1833. Tod des Obersten Landerer, Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD 14, 17.

Abb. 3: Stadtmauer und Stadtgraben zwischen St. Albantor und Rhein, Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD 5, 46.

Abb. 4: Steinentor und Elisabethenschanze, 1866, Foto: F. A. Bossard, Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD 5, 505.